Bavaria Datasecure

1. Erkennung und Klassifizierung des Vorfalls
Ziel: Schnell feststellen, dass ein Desaster eingetreten ist und welchen Schweregrad es hat.
Maßnahmen:
Überwachungssysteme (CloudWatch, GuardDuty, Security Hub) prüfen.
Art des Desasters identifizieren:
Datenverlust oder -beschädigung
Systemausfall / Infrastrukturproblem
Sicherheitsvorfall (z. B. Ransomware, unbefugter Zugriff)
Natur- oder Rechenzentrumsbedingter Ausfall (Region down)
Betroffene Systeme, Regionen und Services dokumentieren.

2. Aktivierung des Disaster-Recovery-Plans
Ziel: Das strukturierte Notfallprotokoll aktivieren, um koordiniertes Handeln sicherzustellen.
Maßnahmen:
Den DR-Plan (Disaster Recovery Plan) gemäß Eskalationsmatrix aktivieren.
Das Krisenteam (Incident Response Team) informieren.
Kommunikationskanäle definieren (z. B. Slack-Channel, Notfalltelefon, E-Mail-Verteiler).
Zeit und Art des Vorfalls protokollieren.

3. Schadensanalyse & Priorisierung
Ziel: Den genauen Umfang des Schadens feststellen und Wiederherstellungsprioritäten festlegen.
Maßnahmen:
Prüfen, welche Buckets, Systeme oder Regionen betroffen sind.
Datenintegrität und Replikationsstatus (z. B. S3 Cross-Region Replication) kontrollieren.
Priorisierung nach RTO (Recovery Time Objective) und RPO (Recovery Point Objective):
Welche Systeme müssen zuerst wiederhergestellt werden?
Wie aktuell müssen die wiederhergestellten Daten sein?

4. Wiederherstellung der Daten und Systeme
Ziel: Systeme und Daten so schnell wie möglich in einen funktionsfähigen Zustand bringen.
Maßnahmen:
S3 Versioning oder Cross-Region Replication nutzen, um saubere Datenstände wiederherzustellen.
Falls verfügbar, Wiederherstellung aus Backups (z. B. AWS Backup, Glacier).
Integrität der wiederhergestellten Daten prüfen (Checksums, Hash-Validierung).
Dienste schrittweise wieder online bringen, beginnend mit den geschäftskritischen Systemen.

5. Überprüfung & Kommunikation
Ziel: Transparente Kommunikation und Überwachung der Wiederherstellung.
Maßnahmen:
Interne und externe Stakeholder informieren (IT-Leitung, Kunden, ggf. Behörden).
Monitoring aktiv halten, um erneute Ausfälle zu erkennen.
Sicherheitsüberprüfung nach der Wiederherstellung durchführen.

6. Nachbereitung (Post-Mortem)
Ziel: Lernen aus dem Vorfall und zukünftige Ausfälle vermeiden.
Maßnahmen:
Ursachenanalyse (Root Cause Analysis) durchführen.
Verbesserungspotenzial dokumentieren (z. B. Automatisierung, Monitoring).
DR-Plan aktualisieren und Mitarbeitende schulen.
Optional: Testlauf zur Überprüfung der neuen Maßnahmen.